Aus der WAZ:

von Online-Redakteur Michael Batke am 11.06.2019 um 08:43 Uhr



Erler SV 08 erteilt Kürschners Hausverbot

Rüdiger Kürschners hat von seinem ehemaligen Klub einen Brief bekommen. Dem Trainer der SSV Buer wird der Zutritt am Forsthaus untersagt. Kürschners soll nicht noch mehr Spieler aus Erle „wegholen“

Man könnte es als kleines Sommertheater bezeichnen. Oder als Provinzposse. Jedenfalls hat der in der Fußball-Bezirksliga spielende Erler SV 08 seinem ehemaligen Trainer Rüdiger Kürschners ein (Forst-) Hausverbot erteilt. Dem 70-Jährigen, der seit Oktober 2018 die SSV Buer in der Landesliga coacht, wird untersagt, die Sportanlage am Forsthaus zu betreten. „Zuwiderhandlungen werden als Hausfriedensbruch zur Anzeigen gebracht“, heißt es in dem Einschreiben, das Rüdiger Kürschners zugegangen ist.
Einschreiben sorgt für Kopfschütteln Das Einschreiben hat bei ihm für Kopfschütteln gesorgt. Nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch wegen der Empfängerzeile. „Wenn man so wie ich zweimal und das sehr erfolgreich und engagiert für den Erler SV 08 als Trainer tätig war, sollte man dort eigentlich wissen, dass ich Kürschners und nicht Kürschner heiße.“

Eine Begründung, warum das Hausverbot ausgesprochen wurde, war in dem Einschreiben nicht genannt worden. Zur kommenden Saison wechseln drei Spieler vom Erler SV 08 zur SSV Buer: Nico Dziabel, Julian Jürgensen und Leonardo Tunjic. Es steht der Vorwurf im Raum, dass Rüdiger Kürschners diese Spieler abgeworben habe, was er aber strikt verneint: „Ich habe nicht um sie gebuhlt und auch nicht gebohrt. Diese Spieler haben von sich aus den Kontakt zur SSV Buer gesucht.“
Andreas Sasse, der 1. Vorsitzende des ESV, glaubt diesen Worten nicht. „Das ist doch dummes Zeug, was er da sagt. Den jungen Leonardo Tunjic hat er bei unserem Kreispokal-Endspiel gegen YEG Hassel beobachtet und später mit ihm gesprochen.“
Im Übrigen, so fügt der Erler Klubchef hinzu, „hat diese Geschichte nichts mit der SSV Buer zu tun, für die ich selbst mal fünf Jahre gespielt habe, sondern beschränkt sich auf das gespannte Verhältnis unseres Vereins zu Rüdiger Kürschners.“
Als Coach hat Rüdiger Kürschners mit dem Erler SV 08 in seiner ersten Amtszeit Ende der 1980er Jahre die Vizemeisterschaft in der Landesliga erreicht und vor vier Jahren in seiner zweiten Amtszeit am Forsthaus den ersehnten Aufstieg von der Kreisliga A in die Bezirksliga geschafft. „Warum die Sache jetzt aus dem Ruder gelaufen ist, verwundert mich“, sagt der Trainer-Routinier.
Was passiert eigentlich, wenn es das Los so will und im Kreispokal wird die Partie zwischen dem Erler SV 08 und der SSV Buer ausgelost? Darf Rüdiger Kürschners dann sein Team nicht coachen? „Nein, als offizieller Vertreter seines Vereins gilt das Hausverbot nicht“, betont Andreas Sasse. „Wir wollen mit dem Hausverbot nur verhindern, dass er weiterhin spioniert und auch künftig unsere Spieler wegholt.“

Marcel Denneborg, der 1. Vorsitzende der SSV Buer, kann das (Forst-) Hausverbot für Rüdiger Kürschners nicht nachvollziehen.
"Wenn man so miteinander umgeht, müsste ich allen Verantwortlichen von Erle 08 Hausverbot geben in Buer, da ihr in den letzten Jahren
fast unsere ganze erste Mannschaft geholt habt", schrieb er an seinen Erler Amts-Kollegen Andreas Sasse.

Quelle: WAZ
 


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